Wer sitzt neben mir im Autobus? Über Identität und Neustart

Sr. Agatha in Birkenstein

basierend auf einem Vortrag von Sr Agatha Kocher gehalten am Singlekongress 2015 in Birkenstein

Böse Erinnerungen dürfen nicht zur Fessel werden. Stattdessen heißt es, Vergebung zu lernen. Stellen wir uns das Leben vor wie einen Doppelsitz in einem Autobus. Ist der Platz neben mir frei? Liegt dort etwas? Meine Eltern? Der Schatten eines früheren Partners? Viel Arbeit? Kann es sein, dass ich nicht wirklich frei bin? Ich muss also eine bewußte Entscheidung treffen: was soll dort liegen, wer soll dort sitzen? Ich muss hinschauen, es ansprechen und eine Entscheidung treffen.

Drei Fragen muss man sich stellen, um zu wissen, wer man ist:

  • Wer bin ich in meinen eigenen Augen? Viele werten sich selbst ab, Achtung davor! Oft hilft es, einen Freund zu fragen: Von außen sieht man oft leichter, wer man wirklich ist. Wichtig ist die Selbstannahme: nur wer die eigenen Grenzen kennt, kann sich selbst annehmen.
  • Wer bin ich in den Augen der anderen Menschen? Wir müssen lernen, frei zu sein vom Blick der anderen. Aber auch Kritik müssen wir annehmen lernen. Kritik ist oft eine kostenlose Beratung! Wer weiß, wer er ist, kann mit Kritik umgehen.
  • Wer bin ich in den Augen meines Schöpfers? Dafür die Psalmen lesen, z.B. Psalm 139 und viele andere Bibelstellen!

Wie bete ich richtig, um einen Ausweg aus einer Schachmattsituation zu finden?

  • ohne Vorwürfe beten
  • im Gebet die Menschen lieben
  • danken für das Gute, das aus dieser Situation auch kommt
  • nicht mehr negativ reden, sondern Gutes sagen
  • nur der Wille Gottes soll geschehen – nicht meine Wünsche und Vorstellungen.

Wordrap mit Sr. Agatha:

  • Verzeihen: durchbricht den Kreislauf des Bösen.
  • Sich selbst vergeben: Ich weiß, dass Gott mich liebt. Darum darf ich mich auch selbst annehmen.
  • Selbstmitleid: ist giftig und stinkt! Wenn wir es erkennen – am besten mit einem „Ehre sei dem Vater“ aus diesem Kopfkino aussteigen!
  • Grundbotschaft des Heils:
    • 1) Ich bin bedingungslos von meinem Schöpfer angenommen. Ich werde geliebt und ich kann lieben.
    • 2) Mir wird vergeben und ich kann vergeben.
    • 3) Ich darf mich entfalten, denn ich werde gebraucht.

Link zu Sr. Agatha: www.maria-der-engel-appenzell.ch

Weitere Vorträge des Singlekongresses 2015 in Birkenstein…

 

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  • Fg68at:

    “Jede Zelle eines Menschen ist als Männer- oder Frauenzelle erkennbar. ” Dies stimmt biologisch für die Mehrheit, aber nicht für alle Menschen. Manche kommen auch nur durch Zufall drauf, weil sie eine spezielle Diagnose benötigten. Andere bemerken diese Besonderheit nie.

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