Es prüfe also, wer sich ewig bindet: Achtung vor falschen Beziehungsmotiven

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Eine Gewissensprüfung! Wer der eigenen gelungenen Beziehung nicht im Weg stehen möchte, sollte sich über eventuelle versteckte Beziehungsmotive im Klaren sein. Manchmal nämlich verbergen sich hinter dem Wunsch nach einer Beziehung oder dem Versuch eine Beziehung zu retten, Absichten, die mit Liebe und Partnerschaft gar nichts zu tun haben. Es prüfe also, wer sich ewig bindet – sich selbst und auch die Beweggründe des Partners. Hier die vier Schlüsselfragen:

  • Beziehungsmotive – Frage 1: Geht es Ihnen um den anderen Menschen oder um Äußerlichkeiten? Steht der Partner selbst im Vordergrund, oder sein Status, sein Besitz, oder was er darstellt? Man könnte meinen: Was für Männer Aussehen und Figur sind, sind für Frauen Status und Vermögen. Denken Sie versuchsweise Äußerlichkeiten wie gesellschaftlichen Status, besondere Fähigkeiten (der Leadsänger einer Band ist immer der Mädchenschwarm!), körperliche Vorzüge, den guten Job und das imposantes Einkommen einfach einmal weg. Mögen Sie ihn immer noch? Gut, nächste Frage.
  • Beziehungsmotive – Frage 2: Warum wollen Sie diese Beziehung? Aus Liebe oder um nicht allein zu sein? Um von Problemen abzulenken? Wilma Lerchen beschreibt in ihrem Buch „Liebe wählt aus“ (Wilma Lerchen, Liebe wählt aus, Schönstatt-Verlag, 2009), wie sie als Jugendliche eine bestimmte Beziehung unbedingt haben wollte: Er war sich nicht sicher – er wollte warten, wollte sie hinhalten –, aber sie wünschte sich die Beziehung so sehr, dass er schließlich einlenkte. Nach einem Ende mit Schrecken suchte Wilma den Grund nach ihrer Anhänglichkeit: „Ich hatte damals ein sehr gespanntes Verhältnis zu meinen Eltern. Ständig gab es Auseinandersetzungen, ich fühlte mich unverstanden und wollte eigentlich nur weg. Wenn es zu dieser Partnerschaft gekommen wäre, dann hätte ich mich viel leichter absetzen können. Ich hätte mir die Argumente meiner Eltern nicht mehr so sehr zu Herzen nehmen müssen, ich hätte ja einen Freund gehabt. … Eine Beziehung muss immer zuerst den Partner suchen – sie oder ihn als einmalige, unverwechselbare Person. Sobald andere Gründe eine Rolle spielen, wie in meinem Fall das “Weglaufen”, ist das kein guter Boden für ein gesundes Wachstum einer Partnerschaft.“ Nun, ob Zwist zuhause oder etwas anderes: Es ist gut, über diese Frage sehr sorgfältig nachzudenken. Und gegen Betriebsblindheit hilft meist ein offenes Gespräch mit einer lebenserfahrenen Vertrauensperson.
  • Beziehungsmotive – Frage 3: Wozu soll die Beziehung gut sein? Geht es um Zeitvertreib oder eine gemeinsame Lebensplanung? Es ist schließlich sehr angenehm, bewundert und begehrt zu werden. Es ist auch sehr praktisch: Sobald man „company“ möchte, ist jemand da. Die verliebte Person frißt einem außerdem aus der Hand und findet alles toll, was man macht, sagt und vorschlägt. Vorsicht, wenn man dazu neigt, aus Bequemlichkeit eine Beziehung einzugehen. Und ihre Situation dringend klären sollten jene, die fühlen, dass sie eigentlich nur als „Kätzchen auf dem Sofa“ gehalten werden – weil gerade niemand besserer verfügbar ist.
  • Beziehungsmotive – Frage 4: Wer möchte diese Beziehung? Sie selbst oder jemand anderes? Könnte es sein, dass Ihre Freundinnen diese Beziehung intensiver befürworten als Sie selbst? Oder Ihre Eltern? Übt jemand Druck auf Sie aus und versucht, Sie zu dieser Beziehung zu überreden? Oder haben Sie Angst, durch eine Absage Ihrem Freund weh zu tun und außerdem noch Freunde und Familie zu enttäuschen? Möchten Sie endlich jemanden haben – „er muss ja nicht perfekt sein“? Denken Sie sich vielleicht: „Wenn ich den nicht nehme würde, wäre ich dumm!“ … auch wenn Sie sich nicht wirklich wohl fühlen bei ihm? Vergessen Sie nicht: Sie sind frei, ganz frei. Ihre Entscheidung muss auch wirklich Ihre Entscheidung sein! 

Was sagen Ihnen nun Ihre Beweggründe, Ihre Beziehungsmotive? Partnerschaft für’s Leben braucht einen reinen Tisch und das Motiv der Liebe. Das ist eine hohe Anforderung, ich weiß. Aber Leben und Beziehung zu meistern, ist das auch.

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  • Fg68at:

    “Jede Zelle eines Menschen ist als Männer- oder Frauenzelle erkennbar. ” Dies stimmt biologisch für die Mehrheit, aber nicht für alle Menschen. Manche kommen auch nur durch Zufall drauf, weil sie eine spezielle Diagnose benötigten. Andere bemerken diese Besonderheit nie.

  • Kind Gottes:

    Gott hat den Menschen als Mann und Frau erschaffen und ihnen den Auftrag mitgegeben:
    “Wachst und mehrt euch …”. Daher ist der Mensch prinzipiell zweigeschlechtlich. Daß in Folge der Sünde diese körperliche Eindeutigkeit nicht immer ganz so gegeben sein mag halte ich für durchaus möglich, will ich aber mangels genauer Sachkenntnis nicht weiter kommentieren.
    So wie die Krankheit eine Ausnahmesituation zum Normalen ist, so ist es aus meiner Sicht auch bei einer möglichen Abweichung zum Normalfall beim körperlichen Geschlecht. Es ändert aber nichts daran, daß es nur zwei Geschlechter gibt, die für die Fortpflanzung notwendig sind. Wie wir uns persönlich fühlen, ob wir groß oder klein sind, ob klug oder weniger klug, blaue Augen haben oder grüne – all das stellt die Ausgangssituation dar, mit der wir berufen sind, mit Gottes Hilfe unser Leben zu meistern und unseren Auftrag in unserem Leben zu erfüllen.

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