Vor Weihnachten wird es vielen noch bewusster: Wir Menschen sehnen uns nach Liebe, Erfolg und Anerkennung und erhoffen uns inneren Frieden von der Erfüllung des einen oder anderen Wunsches. Aber wenn wir ein Ziel erreicht haben, wollen wir schon im selben Augenblick mehr. Wir sind von Natur aus nie ganz zufrieden mit dem, was wir haben und erreicht haben. Wir sind Sehnsuchtswesen! Und das ist gut so, weil dann unser Leben nicht plötzlich stillsteht.
Doch gerade in diesen bewegten Zeiten zeigt sich, wie ambivalent unsere Sehnsucht sein kann: Viele Menschen gehen in der Vorweihnachtszeit 2025 bewusster mit Geld um, weil steigende Lebenshaltungskosten sie dazu zwingen, beim Geschenkekauf zurückzuschrauben. Die Konsumlaune ist gedämpft, zugleich bleibt die Bereitschaft zu spenden stabil, weil vielen das Miteinander wichtiger ist als Shopping-Euphorie.
Aber es bleibt die Gefahr, dass Sehnsucht maßlos wird, zur Gier degeneriert. Diese Neigung wird gerade vor Weihnachten ökonomisch ausgenutzt. Wir erleben diese Maßlosigkeit sogar beim Essen und Trinken und müssen manchmal darüber schmunzeln: Eigentlich schmeckt die Weihnachtsbäckerei zu Weihnachten schon niemandem mehr. Die Überdosis macht überdrüssig.
Die Sehnsucht aber, die jeder von uns im Herzen trägt, kann nicht durch Dinge in dieser Welt gestillt werden. Große Denker der Antike haben in der unstillbaren Sehnsucht des Menschen die Unsterblichkeit der Seele entdeckt: Weil unsere Seele nach dem irdischen Tod weiterlebt und uns im Ewigen Leben Großartiges erwartet, kann uns nichts auf der Welt endgültig zufrieden stellen. Auch die Farbe Lila, die im Advent die Kirchen und Adventkränze dominiert, steht für Umkehr, aber auch für Erwartung und Sehnsucht nach Erlösung.
Letztlich kann unsere Sehnsucht nur durch Gott gestillt werden. Und gerade Sein Kommen in die Welt feiern wir ja zu Weihnachten. Um Ihn aufnehmen und entdecken zu können, sollten wir zuerst die vielen Dinge und Ablenkungen, die uns an die Erde fesseln, zur Seite räumen.
Wir sollten mal kurz „Last Christmas“ und andere Schenkelsongs leiser drehen und eine Ruhe zulassen, in der wir Seine Stimme hören können. Wir müssen uns mit Ihm und den Menschen aussöhnen. Dann kann Weihnachten das wunderschöne Fest sein, von dem nicht nur die Kinder träumen.
Selbst dann, wenn es keinen Schnee oder nicht die richtigen Geschenke gibt.
Dann ertastet unsere Sehnsucht ihr Ziel, den Schöpfer.
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