{"id":1227,"date":"2016-03-23T08:14:20","date_gmt":"2016-03-23T07:14:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kathtreff.org\/blog\/?p=1227"},"modified":"2016-03-19T02:14:38","modified_gmt":"2016-03-19T01:14:38","slug":"martina-richard-gott-macht-keine-halben-sachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kathtreff.org\/blog\/martina-richard-gott-macht-keine-halben-sachen\/","title":{"rendered":"Martina &#038; Richard: Gott macht keine halben Sachen!"},"content":{"rendered":"<p>\u201eWenn ich auf mein Leben zur\u00fcckschaue, erf\u00fcllt mich sehr gro\u00dfe Dankbarkeit. Ich wei\u00df, dass Gott mich keinen Augenblick aufgegeben hat, dass er mich immer bestens gef\u00fchrt hat. Nach meiner Bekehrung nach der Matura hat mir der Herr eine gro\u00dfe Liebe zur Eucharistie in der hl. Messe und zur Anbetung geschenkt und mir die Kraft des Rosenkranzes gezeigt. Das Leben mit Jesus wurde so freuderf\u00fcllt, fr\u00f6hlich und spannend. Jahrelang durfte ich die Sendung der J\u00fcngersuche voll Freude und Dankbarkeit mittragen. Durch das Stra\u00dfensingen, die Wander-Muttergottes und die J\u00fcngergruppe konnte ich mithelfen, dass viele Menschen Jesus als ihren pers\u00f6nlichen Heiland, Retter und Freund erkennen und erfahren. Dann kam die Zeit, wo ich immer mehr nach meiner pers\u00f6nlichen Lebensberufung fragte. Die Sehnsucht, ganz f\u00fcr Gott da zu sein, war gro\u00df, aber ich wusste nicht, wo mein Platz sein sollte. Damals hatte ich nur eine Teilzeitarbeit und konnte mich viel dem Gebet widmen.<\/p>\n<p>Dann verliebte ich mich v\u00f6llig unvermutet in einen Arbeitskollegen, was mich innerlich durcheinander brachte: \u2018<strong>War das wirklich Gottes Wille?\u2019<\/strong> In meiner Ratlosigkeit holte ich eine Wander-Muttergottes zu mir nach Hause und betete zwei Wochen lang sehr intensiv, bis ich innerlich sp\u00fcrte und Frieden dabei hatte, mich auf diese Freundschaft einzulassen. Doch damit hatte ich gar nicht gerechnet, sodass ich recht unvorbereitet in die Freundschaft ging. Es war eine Zeit mit vielen H\u00f6hen und Tiefen: einerseits die sch\u00f6nen Momente zu zweit in der Natur, mit Freunden, bei Ausfl\u00fcgen \u2013 andererseits aufw\u00fchlende und manchmal schwierige Gespr\u00e4che, weil mein Freund \u2018noch nicht die Liebe Gottes erkannt hatte\u2019. Er war aus der Kirche ausgetreten, aus Liebe zu mir (nach seiner Aussage: um die Caritas zu unterst\u00fctzen) trat er wieder ein, um mich nicht zu verlieren. Wir erlebten eine Berg- und Talfahrt. Ich empfand es auf Dauer als nicht aushaltbar, Gott nachfolgen zu wollen und in einen Mann verliebt zu sein, der ganz in der Welt verhaftet ist. Unentwegt kam ich in Gewissenskonflikte, sodass ich immer wieder nach einigen Monaten die Notbremse zog und eine Auszeit oder die Trennung aussprach. Am Ende stellte ich meinem Freund ein Ultimatum: Entweder wir heiraten, oder es ist endg\u00fcltig aus. Er wollte nicht heiraten \u2013 heute bin ich f\u00fcr diese Ehrlichkeit (die ja f\u00fcr ihn genauso Trennung und Schmerz bedeutete) unendlich dankbar.<\/p>\n<p>Es war f\u00fcr mich sehr schwer, den Mann, von dem ich jahrelang gedacht hatte, dass er der Mann des Lebens f\u00fcr mich sei, und gehofft hatte, dass er sich doch noch bekehrt, so endg\u00fcltig zu lassen. Ich hatte mich zwar getrennt, aber die Hoffnung hatte ich aufrecht gelassen. Immer wieder haderte ich mit Gott: \u2018Warum hast Du mir den inneren Frieden f\u00fcr diese Freundschaft gezeigt, wenn es ja doch nichts wird?\u2019 Schlie\u00dflich hatte ich auch viel Groll gegen\u00fcber meinem Freund, weil er mich jahrelang hingehalten und mir bzw. ich mir Hoffnungen auf eine Ehe gemacht hatte. Aber es blieb mir nichts anderes \u00fcbrig, als <strong>ihn Maria und Jesus zu schenken, die ganze Situation in ihre H\u00e4nde zu legen. <\/strong>Denn das hatte ich ja schon so oft wohltuend und auswegbringend erlebt: Einfach auslassen, alles Gott \u00fcberlassen und Ihn walten lassen. Dennoch: <strong>Es tat einfach innerlich sehr weh:<\/strong> Die ganze Lebensplanung war dahin, die Aussicht auf Ehe und Familie war v\u00f6llig geschwunden.<\/p>\n<p>In dieser Zeit habe ich viel geweint und gefragt: \u2018Jesus, warum machst Du mir das Leben so schwer, wo ich doch redlich versuche, Dir nachzufolgen?\u2019 Als wir damals das Weltjugendtagskreuz in unseren Reihen im J\u00fcngerzentrum hatten, f\u00fchlte ich eine gro\u00dfe Ehrfurcht vor diesem Kreuz. Wir feierten mit ihm in der Mitte hl. Messe und blieben anschlie\u00dfend noch ein paar Stunden in ruhigem Gebet. Diese Stunden waren f\u00fcr mich teilweise hart, es kamen mir manchmal scheinbar grundlos die Tr\u00e4nen. <strong>Ich sp\u00fcrte eine starke Verbundenheit des von Jesus erlebten Kreuzweges mit meinem Lebenskreuzweg, <\/strong>auch wenn meiner im Vergleich verschwindend klein ist. Es war f\u00fcr mich, als w\u00fcrde ich ganz stark mit Jesus verbunden sein, als er f\u00fcr mich, f\u00fcr meine Familie, meine Freunde am Kreuz starb. Trotzdem war auch eine Freude in mir, dar\u00fcber, dass Jesus handelt und wirkt, dass bei Ihm nichts verloren ist und alles einen tiefen Sinn hat, dass Er auch zu mir gesagt hat: \u2018Wer mein J\u00fcnger sein will, nehme t\u00e4glich sein Kreuz auf sich.\u2019<\/p>\n<p>Da ich nun \u2013 nach der Trennung wieder allein \u2013 wieder mehr Zeit hatte, malte ich intuitiv eine Bilderserie mit den Themen Kreuz, Weg und Auferstehung und h\u00e4ngte diese auf. Erst mit der Zeit erkannte ich in der H\u00e4nge-Reihenfolge: \u2018Das Kreuz ist der Weg zum Licht, zur Auferstehung.\u2019 Au\u00dferdem konnte ich meine Wohnung ausmustern und fand bei meinen pers\u00f6nlichen Dokumenten einen Brief des Priesters, der in der schwersten Zeit meines Lebens viel f\u00fcr mich gebetet hatte. Darin stand auszugsweise: \u2018Du bist ganz einmalig, durch niemanden ersetzbar. So wie Du bist, will Dich Gott einsetzen in den Weltenplan. &#8230; Gott braucht Dich, Du darfst ihm nicht entfliehen &#8230; Du bist von Gott gerufen, Gro\u00dfes zu vollbringen und zu wirken. Freue Dich auf eine solche Sendung.\u2019 Ich wusste wieder: Ich war nicht herausgefallen aus Gottes Liebe und Seinem Plan.<\/p>\n<p>Um von meinem Ex-Freund loszukommen, nahm ich mir beruflich eine Auszeit und verbrachte einige Monate als Volont\u00e4rin in Israel. Es war eine gewaltige Zeit! In einem E-Mail schrieb ich an meine Freunde: \u2018F\u00fcr mich ist alles nach wie vor so irreal! Ich bin in Jerusalem. \u00dcberall sp\u00fcrt man Gott, er ist hier vor 2000 Jahren \u00fcber die gleichen Steine gegangen wie ich! Und Er ist jetzt genauso hier! Hier in Israel habe ich wieder gro\u00dfes Gefallen gefunden am Gespr\u00e4ch mit Jesus. Vor allem durch die lebendige Bibel bekomme ich viel mehr Beziehung zu Gott. Es ist faszinierend an den Orten zu sein, wo auch Jesus und Maria waren. Wenn man die Bibel liest und viele der Orte kennt, bekommt das Wort ganz andere Dimensionen! In Jerusalem kommt in der Seele vieles auf, es findet aber auch viel Heilung statt.<\/p>\n<p>Von Jerusalem kam ich ver\u00e4ndert zur\u00fcck, wenn dies auch eine Zeitlang mit viel Tr\u00e4nen und Leid verbunden war. Das Wichtigste f\u00fcr mich pers\u00f6nlich war das Freiwerden von dem unbedingten Wunsch, Familie gr\u00fcnden zu k\u00f6nnen, frei zu werden von der Torschlusspanik: \u2018Wenn ich nicht bald heirate, ist es zu sp\u00e4t zum Kinderkriegen.\u2019 Ich erkannte: <strong>Mein Gl\u00fcck h\u00e4ngt nicht von Ehe und Familie mit Kindern ab. <\/strong>Auch ein Leben allein kann erf\u00fcllt, gl\u00fccklich und fruchtbar f\u00fcr andere sein. Das gab mir gro\u00dfen Frieden. Ich machte die Freude am Herrn zu meinem Lebensmotto.<\/p>\n<p>In der Freizeit zog es mich immer mehr zum konkreten <strong>Seelsorgedienst an Leidenden und<\/strong> <strong>Sterbenden.<\/strong> Ich hatte schon bei der Pflege meines schwer kranken Vaters bis zu seinem Tod gesehen, wieviel Freude Gott in diesem Dienst schenken kann. Nun konnte ich meine Freude an Gott kranken und alten Menschen im Haus der Barmherzigkeit weiterschenken. Ich wurde <strong>Krankenkommunionhelferin<\/strong> und hatte dabei den Eindruck: Nicht ich bringe Jesus zu den Kranken, nicht ich schenke Ihn weiter, sondern Er schenkt sich mir durch die Kranken. Das tat ich immer Freitag, oftmals war ich sehr ausgelaugt nach einer anstrengenden Arbeitswoche und ich sagte innerlich: \u2018Jesus, eigentlich w\u00fcrde ich jetzt viel lieber nach Hause gehen und mich ausruhen.\u2019 Aber jedes Mal kam ich nach dieser Zeit der Krankenkommunion gest\u00e4rkt, fr\u00f6hlich und dankbar nach Hause.<\/p>\n<p>Bei einem Gespr\u00e4ch \u00fcber meinen weiteren Lebensweg fragte mich eine Schwester der J\u00fcngersuche, ob ich nicht eine <strong>Gebetsgruppe gr\u00fcnden m\u00f6chte f\u00fcr junge Frauen, die Sehnsucht nach einer Partnerschaft haben, aber trotz Bem\u00fchen noch niemanden kennengelernt haben. <\/strong>Ja, das wollte ich, es war ein neues Licht f\u00fcr mich. Wir trafen uns zu sechst bis acht einmal monatlich, verbrachten einen Tag miteinander (Ausflug oder Wallfahrt) und beteten mit viel Glauben in diesem Anliegen. 2010 ergab sich zu viert eine sch\u00f6ne Urlaubszeit im Heiligen Land, wo wir eine Novene in unserem gemeinsamen Anliegen beteten. Als sich nach einigen Monaten noch immer nichts tat, sprach ich mit einem Priester \u00fcber meine Ungeduld in der Partnersuche: Ich betete doch inst\u00e4ndig um einen Mann und hielt \u00fcberall meine Augen und Ohren offen. Warum tat sich denn trotzdem nichts? Er meinte: \u2018Sie werden sehen, Gott wird Ihnen Ihren Mann noch auf einem goldenen Tablett servieren.\u2019<\/p>\n<p>Kurze Zeit darauf lernte ich auf der\u00a0katholischen Internetplattform <a href=\"www.kathtreff.org\" target=\"_blank\">www.kathtreff.org<\/a> einen Mann kennen, der mir gefiel. Ich h\u00e4tte nicht beim ersten Mal gesagt: \u2018Das ist mein Traummann!\u2019, weil ich mir diesen in meinen Gedanken anders ausgemalt hatte. Aber nachdem ich eine aufkeimende Hingezogenheit in mir f\u00fchlte, fiel mir ein konkreter \u2018Gebetszettel\u2019, den ich Gott in meiner Gebetsecke nach der Trennung vom Ex-Freund hingelegt hatte, in die H\u00e4nde: eine ca. 20-Punkte-Liste mit Eigenschaften meines zuk\u00fcnftigen \u2018Traummannes\u2019 (Charaktereigenschaften, Glauben, Herkunft, Alter, Aussehen usw.). Ich musste schmunzeln: Von den vielen Punkten konnte Richard einen einzigen Punkt nicht erf\u00fcllen: Er ist einen Zentimeter kleiner als die von mir gew\u00fcnschte Mindestgr\u00f6\u00dfe. Der eine Zentimeter wird durch seine Herzensgr\u00f6\u00dfe mehr als wett gemacht. Wir haben nach ein paar Treffen und E-Mails am Tag der hl. Therese von Lisieux, meiner Lieblingsheiligen, beschlossen, die Freundschaft miteinander zu wagen. Wenige Monate sp\u00e4ter verlobten wir uns und heirateten bald im Kreise unserer gro\u00dfen Familien- und Freundesschar \u2013 nat\u00fcrlich in einer Marienkirche, weil Maria uns so gut f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Jetzt nach ein paar Monaten der Ehe muss ich \u00f6fter an die Worte dieses Priesters denken: Richard wurde und wird mir mehr als auf einem goldenen Tablett serviert. Mit ihm verheiratet zu sein ist so toll! Manchmal habe ich das Gef\u00fchl vor Gl\u00fcckseligkeit zu platzen. Gottesf\u00fchrung zu zweit zu erleben ist noch weit erhebender als allein! Eine geistliche Schwester, die ich in Israel kennen gelernt hatte, und die erst durch ein Hochzeitsbild von unserem gemeinsamen Lebensweg erfuhr, schrieb zur\u00fcck: \u2018Wow!!! Gott macht keine halben Sachen, gelt?\u2019 Es ist so sch\u00f6n, den besten Mann des Lebens gefunden zu haben, der Gott ebenso wie man selbst in die Mitte stellt. Es tut so gut, in Gespr\u00e4chen einander kennen zu lernen, vom anderen immer mehr zu erfahren und dabei zu erkennen, dass man noch viel mehr gemeinsam hat. In unserem Haus mit dem herrlichen, park\u00e4hnlichen Garten f\u00fchle ich mich immer wieder wie eine Prinzessin. Jeder gemeinsame Tag ist ein herrliches Geschenk. Wir hatten als Hochzeitsevangelium gew\u00e4hlt: \u2018Seht euch die Lilien des Feldes an, sie s\u00e4en nicht, sie ernten nicht, und doch ern\u00e4hrt sie der Vater im Himmel &#8230;.\u2019 Das sehen wir konkret in der Ehe: Gott schenkt uns alles, was wir brauchen &#8211; und noch viel mehr! Ich staune jeden Tag, was Gott an mir, an uns in den letzten Monaten, Wochen, Tagen getan hat und f\u00fcr uns bereith\u00e4lt. Wir beten t\u00e4glich morgens und abends mit Blick auf die wundersch\u00f6ne Muttergottes-Statue, die wir uns zur Hochzeit gew\u00fcnscht hatten und die bei diesem Sakrament gesegnet wurde. Wir wissen, <strong>Gott hat uns unser ganzes Leben lang aufeinander vorbereitet und f\u00fchrt uns nun gemeinsam so wunderbar durch Maria. <\/strong>Wir sind beide so unendlich dankbar daf\u00fcr!\u201c<\/p>\n<p>&#8211; Martina<\/p>\n<p><em>Aus: Zeitschrift der J\u00fcnger Christi, Juni 2012, &#8222;Gott macht keine halben Sachen&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Wir danken f\u00fcr die Erlaubnis, diesen Text auf unserem Blog zu verwenden!<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWenn ich auf mein Leben zur\u00fcckschaue, erf\u00fcllt mich sehr gro\u00dfe Dankbarkeit. Ich wei\u00df, dass Gott mich keinen Augenblick aufgegeben hat, dass er mich immer bestens gef\u00fchrt hat. Nach meiner Bekehrung nach der Matura hat mir der Herr eine gro\u00dfe Liebe zur Eucharistie in der hl. 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