{"id":1210,"date":"2016-03-07T23:38:43","date_gmt":"2016-03-07T22:38:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kathtreff.org\/blog\/?p=1210"},"modified":"2016-03-07T23:39:27","modified_gmt":"2016-03-07T22:39:27","slug":"johannes-paul-ii-fuer-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kathtreff.org\/blog\/johannes-paul-ii-fuer-frauen\/","title":{"rendered":"Brief von Johannes Paul II an die Frauen"},"content":{"rendered":"<p><em>Euch, Frauen der ganzen Welt,\u00a0<\/em><em>gilt mein herzlicher Gru\u00df!<\/em><\/p>\n<h3><strong>Dank an die Frauen<\/strong><\/h3>\n<p>Dank sei dir, Frau als Mutter, die du dich in der Freude und im Schmerz einer einzigartigen Erfahrung zum Mutterscho\u00df des Menschen machst, die du f\u00fcr das Kind, das zur Welt kommt, zum L\u00e4cheln Gottes wirst, die du seine ersten Schritte lenkst, es bei seinem Heranwachsen betreust und zum Bezugspunkt auf seinem weiteren Lebensweg wirst.<\/p>\n<p>Dank sei dir, Frau als Braut, die du dein Schicksal unwiderruflich an das eines Mannes bindest, in einer Beziehung gegenseitiger Hingabe im Dienst an der Gemeinsamkeit und am Leben.<\/p>\n<p>Dank sei dir, Frau als Tochter und Frau als Schwester, &#8230; als berufst\u00e4tige Frau, &#8230; als Frau im Ordensstand, &#8230; Dank sei dir, Frau, daf\u00fcr, da\u00df du Frau bist! Durch die deinem Wesen als Frau eigene Wahrnehmungsf\u00e4higkeit bereicherst du das Verst\u00e4ndnis der Welt und tr\u00e4gst zur vollen Wahrheit der menschlichen Beziehungen bei.<\/p>\n<h3><strong>Die Frau wurde und wird in ihrer W\u00fcrde verkannt<\/strong><\/h3>\n<p>(Wie oft wurde die Frau) in ihrer W\u00fcrde verkannt, in ihren Vorz\u00fcgen entstellt, oft ausgegrenzt und sogar versklavt wurde. Das hat sie daran gehindert, wirklich sie selbst zu sein, und hat die ganze Menschheit um echte geistige Reicht\u00fcmer gebracht. &#8230; wenn es dabei&#8230; auch bei zahlreichen S\u00f6hnen der Kirche zu F\u00e4llen objektiver Schuld gekommen ist, bedauere ich das aufrichtig. &#8230; Wie viele Frauen wurden und werden noch immer mehr nach dem physischen Aussehen bewertet als nach ihrer Sachkenntnis, ihrer beruflichen Leistung, nach den Werken ihrer Intelligenz, nach dem Reichtum ihrer Sensibilit\u00e4t und schlie\u00dflich nach der ihrem Sein und Wesen eigenen W\u00fcrde! Und was soll man zu den Hindernissen sagen, die in vielen Teilen der Welt den Frauen noch immer die volle Einbeziehung in das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Leben verwehren? Man denke nur daran, wie das Geschenk der Mutterschaft, dem doch die Menschheit ihr eigenes \u00dcberleben verdankt, oft eher bestraft als belohnt wird. Es ist sicher noch viel zu tun, damit das Dasein als Frau und Mutter keine Diskriminierung beinhaltet. &#8230;<\/p>\n<h3><strong>Frauen als Garant des Fortschritts<\/strong><\/h3>\n<p>(Die wichtigste Dimension des Fortschritts ist die) ethisch-soziale Dimension, die die menschlichen Beziehungen und die Werte des Geistes betrifft: was diese Dimension betrifft, die sich, angefangen von den Alltagsbeziehungen zwischen den Personen, besonders innerhalb der Familie, oft ohne alles Aufsehen, entfaltet, ist die Gesellschaft dem \u00bbGenius der Frau\u00ab gegen\u00fcber in weiten Teilen Schuldnerin. &#8230; Die anstehenden, sehr ernsten Probleme werden in der Politik der Zukunft in immer st\u00e4rkerem Ma\u00df die Miteinbeziehung der Frau erleben: Freizeit, Lebensqualit\u00e4t, Wanderbewegungen, soziale Dienste, Euthanasie, Drogen, Gesundheitswesen und F\u00fcrsorge, \u00d6kologie usw. F\u00fcr alle diese Bereiche wird sich eine st\u00e4rkere soziale Pr\u00e4senz der Frau als wertvoll erweisen, denn sie wird dazu beitragen, die Widerspr\u00fcche einer Gesellschaft herauszustellen, die auf blo\u00dfen Kriterien der Leistung und Produktivit\u00e4t aufgebaut ist, und sie wird auf eine Neufassung der Systeme dr\u00e4ngen zum gro\u00dfen Vorteil der Humanisierungsprozesse, in denen sich der Rahmen f\u00fcr die \u00bbZivilisation der Liebe\u00ab abzeichnet.\u00a0&#8230;<\/p>\n<h3><strong>Der Befreiungsprozess der Frau war ein positiver Weg<\/strong><\/h3>\n<p>(Der) gro\u00dfartigen Befreiungsprozess der Frau \u00bbwar ein schwieriger und komplizierter Weg, nicht immer frei von Irrt\u00fcmern, aber im wesentlichen ein positiver Weg, auch wenn er noch unvollendet ist auf Grund der vielen Hindernisse, die in verschiedenen Teilen der Welt im Wege stehen, dass die Frau in ihrer besonderen W\u00fcrde anerkannt, geachtet und aufgewertet wird.\u00ab &#8230;<\/p>\n<h3><strong>Wenn der K\u00f6rper der Frau zum Objekt wird<\/strong><\/h3>\n<p>&#8230; Es ist an der Zeit, die Formen sexueller Gewalt, deren Objekt nicht selten die Frauen sind, nachdr\u00fccklich zu verurteilen und geeignete gesetzliche Mittel zur Verteidigung hervorzubringen. Im Namen der Achtung der menschlichen Person m\u00fcssen wir au\u00dferdem Anklage erheben gegen die verbreitete, von Genu\u00dfsucht und Gesch\u00e4ftsgeist bestimmte Kultur, die die systematische Ausbeutung der Sexualit\u00e4t f\u00f6rdert, indem sie auch M\u00e4dchen im jungen Alter dazu anh\u00e4lt, in die F\u00e4nge der Korruption zu geraten und sich f\u00fcr die Vermarktung ihres K\u00f6rpers herzugeben.<\/p>\n<h3><strong>Mann und Frau sind zur gegenseitigen Hilfe erschaffen <\/strong><\/h3>\n<p>\u00bbEs ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht\u00ab (Gen 2, 18). Der Erschaffung der Frau ist also von Anfang an das Prinzip der Hilfe zugeordnet nicht &#8211; man beachte &#8211; einseitige Hilfe, sondern gegenseitige. Die Frau ist die Erg\u00e4nzung des Mannes, wie der Mann die Erg\u00e4nzung der Frau ist: Frau und Mann erg\u00e4nzen sich gegenseitig. Die Weiblichkeit verwirklicht das \u00bbMenschliche\u00ab ebenso wie die M\u00e4nnlichkeit, aber mit einer andersgearteten und erg\u00e4nzenden Ausgestaltung. Wenn die Genesis von \u00bbHilfe\u00ab spricht, bezieht sie sich nicht nur auf den Bereich des Tuns, sondern auch auf den des Seins. &#8230;<\/p>\n<h3><strong>Herrschaft ist Dienst<\/strong><\/h3>\n<p>Viele Nationen und V\u00f6lker rufen (Maria) als \u00bbK\u00f6nigin\u00ab an. Ihre \u00bbHerrschaft\u00ab ist Dienst! Ihr Dienst ist \u00bbHerrschaft\u00ab! So sollte die Autorit\u00e4t sowohl in der Familie wie in der Gesellschaft und in der Kirche verstanden werden. &#8230; Vor diesem Horizont des \u00bbDienstes\u00ab &#8211; der, wenn er in Freiheit, Gegenseitigkeit und Liebe erbracht wird, das wahre \u00bbK\u00f6nigtum\u00ab des Menschen zum Ausdruck bringt &#8211; ist es m\u00f6glich, ohne nachteilige Folgen f\u00fcr die Frau auch einen gewissen Rollenunterschied anzunehmen, insofern dieser Unterschied nicht das Ergebnis willk\u00fcrlicher Auflagen ist, sondern sich aus der besonderen Eigenart des Mann- und Frauseins ergibt. &#8230;<\/p>\n<h3><strong>Genius der Frau<\/strong><\/h3>\n<p>(M\u00f6ge) die volle Wahrheit \u00fcber die Frau zutage treten. Man m\u00f6ge wirklich den \u00bbGenius der Frau\u00ab geb\u00fchrend hervorheben, indem nicht nur die gro\u00dfen und ber\u00fchmten Frauen der Vergangenheit oder unserer Zeit ber\u00fccksichtigt werden, sondern auch jene einfachen Frauen, die ihr Talent als Frau in der Normalit\u00e4t des Alltags im Dienst an den anderen zum Ausdruck bringen. Denn besonders in ihrer Hingabe an die anderen im tagt\u00e4glichen Leben begreift die Frau die tiefe Berufung ihres Lebens, sie, die vielleicht noch mehr als der Mann den Menschen sieht, weil sie ihn mit dem Herzen sieht. Sie sieht ihn unabh\u00e4ngig von den verschiedenen ideologischen oder politischen Systemen. Sie sieht ihn in seiner Gr\u00f6\u00dfe und in seinen Grenzen und versucht, ihm entgegenzukommen und ihm eine Hilfe zu sein. Auf diese Weise verwirklicht sich in der Geschichte der Menschheit der grundlegende Plan des Sch\u00f6pfers und tritt in der Vielfalt der Berufe und Berufungen unaufh\u00f6rlich die &#8211; nicht nur physische, sondern vor allem geistige &#8211; Sch\u00f6nheit zutage, mit der Gott von Anfang an die menschliche Kreatur und im besonderen die Frau beschenkt hat. &#8230;<\/p>\n<p><em>Mit meinem Segen!<\/em><\/p>\n<p><em>Aus dem Vatikan, am 29. Juni 1995, dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus.<\/em><\/p>\n<p><em>Gek\u00fcrzt von Dr. Gudrun Kugler.\u00a0<\/em>Zum gesamten Brief: <a href=\"https:\/\/w2.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/de\/letters\/1995\/documents\/hf_jp-ii_let_29061995_women.html\">https:\/\/w2.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/de\/letters\/1995\/documents\/hf_jp-ii_let_29061995_women.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Euch, Frauen der ganzen Welt,\u00a0gilt mein herzlicher Gru\u00df! 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